Südtirol: Tipps für ein Wintermärchen im Herbst

Ode an Südtirol:

Schau, hinter den „bleichen Bergen“,
im Rosengarten, bei den sagenumwobenen Zwergen,
wo die Geislerspitzen und die Drei Zinnen residieren,
und der Pragser Wildsee und der Karersee ihre Schönheit stolzieren,
liegt ein so zauberhaftes Land,
es wird im Volksmund auch „Südtirol“ genannt.

Aus der eignen Feder geschrieben und dem Herzen formuliert

Südtirol: Wie alles begann

Nun sind es bereits 1,5 Jahre her, als ich mit der Planung des Geburtstagsgeschenkes meines Freundes begonnen habe. Mein Freund war – zumindest zu dieser Zeit – deutlich mehr in die Berge vernarrt als ich. Daher musste es eine Reise in die Berge werden. Die Frage war nur, wohin genau. Er war bereits an so vielen Orten – ob nun Allgäu oder Zillertal. Mir fiel es jedoch wie Schuppen von den Augen, als wir einen Vortrag von Reinhold Messner besucht haben und dieser über seine Heimat – die Dolomiten – sprach.

Die Dolomiten sind die schönsten Berge der Welt.

Reinhold Messner

Dieser kleine Nebensatz hatte sich so in mir eingebrannt. Als ich noch dazu seine Bildaufnahmen sah, begann ich langsam zu verstehen. Es muss einfach Südtirol werden! Also hieß das Motto: Ab in die Dolomiten!

Als ich nun die Reise in die Dolomiten geplant habe, stellte ich mir die üblichen Fragen: An welchem Ort sollen wir übernachten? Soll es eine Rundreise durch Südtirol werden oder lediglich ein einfacher Aufenthalt in den Dolomiten? Ist eine Ferienwohnung besser geeignet oder doch eher ein Hotel? Zu welcher Jahreszeit ist eine Reise am angenehmsten?

Nachdem ich zahlreiche Hotels und Ferienwohnungen in den Dolomiten angeschrieben und das Internet durchgeforstet habe, kam ich kurz und knapp zu folgender Entscheidung:

  • Ort: St. Magdalena (Villnöss)
  • Art der Unterkunft: Ferienwohnung auf dem Bauernhof
  • Jahreszeit: Herbst
  • Zeitraum: Oktober

Südtirol, Dolomiten, Villnöss? Eine geographische Zuordnung

Spätestens jetzt fängt der Kopf an zu rauchen. Viele haben mir bereits im Vorfeld so einige Fragen gestellt. Die Top 3 habe ich dir aufgelistet, die ich gerne beantworten möchte.

  • „Südtirol liegt doch in Österreich. Wieso kannst du da trotz Risikogebiet Urlaub machen?“
  • „Sind Südtirol und die Dolomiten dasselbe?“
  • „Ist Villnöss ein Bundesland von Südtirol?“

Zunächst einmal gibt es einen galanten Unterschied zwischen Südtirol und Tirol. Tirol ist ein Bundesland von Österreich und Südtirol ist wiederum eine Provinz (oder in unserer Aussprache Bundesland) von Italien. Zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes gehörte Tirol, wie viele weitere Gebiete in Österreich, zum sogenannten Risikogebiet. Südtirol war allerdings zu dem Zeitpunkt davon ausgeschlossen. Daher war eine Reise, ohne Probleme möglich.

Wie bereits erläutert, ist Südtirol eine Provinz. Um genauer zu sein, ist Südtirol eine „autonome Provinz“. Das bedeutet, dass Südtirol besondere Befugnisse erhält, die denen von autonomen Regionen entsprechen. Trient ist ebenfalls eine autonome Provinz. Beide Provinzen bilden gemeinsam die Provinz Trentino-Südtirol. Sicherlich ist dir diese Bezeichnung öfters schon vor die Augen gefallen.

Was hat es nun mit den Dolomiten auf sich? Die Dolomiten sind keine Region, sondern eine Gebirgsgruppe, die sich auf die Provinz Südtirol verteilen. Wenn du etwas über die Südalpen oder die südlichen Kalkalpen liest, dann sind damit die Dolomiten gemeint.

Nun kommen wir zu Villnöss. Villnöss ist eine Gemeinde, die sich im Villnösstal befindet. Zu den Ortschaften zählen St. Peter, St. Magdalena, Teis, St. Valentin, St. Jakob und Coll.

Zusammengefasst haben wir also in der Provinz Trentino-Südtirol, mitten in der Gebirgsgruppe der Dolomiten, des Tals Vilnöss, im Ort St. Magdalena Urlaub gemacht. Gar nicht so kompliziert, oder?

Unser Traum von Südtirol – St. Magdalena in Villnöss

Ich habe mich für einen Bauernhof auf 1.490 hm mit dem besten Blick auf die berühmten Geislerspitzen entschieden: den Putzerhof. Mir gefiel das Konzept des Bauernhofes besonders gut, da die Eigentümer auf Nachhaltigkeit setzen: Frische Hofprodukte, einen eigenen Kräutergarten und keinen Internetzugang ab 22 Uhr. Das Thema Erholung steht hier ganz weit oben. Daher ist der Putzerhof mein Tipp für eine einmalige Unterkunft in Villnöss (St. Magdalena).

Wer sich sicher beim Autofahren fühlt und sich die einspurige Straße zum Hof zutraut, wird mit einer wundervollen eingerichteten Ferienwohnung belohnt. Unsere 60 m² Wohnung war im Alpinstil gehalten und bestand aus einem Doppelzimmer, einer neuen Wohnküche, einem Bad mit einer Regenwalddusche und einem großzügigen Balkon.

Aber nicht nur die Wohnung mit dem tollen Ausblick auf die Geislerspitzen waren traumhaft, sondern auch St. Magdalena als gesamter Ort. Direkt von unserer Unterkunft aus, führten viele Wanderwege in sämtliche Richtungen. Da sich die Wanderwege teilweise auf der Straße befanden, war natürlich Vorsicht geboten. Die Wanderung ins Tal von St. Magdalena lohnt sich jedoch allemal. Daher ein weiterer Tipp: Laufe den Panoramaweg von St. Magdalena. Auf dem Panoramaweg darfst du nämlich nicht nur die Geislerspitzen bewundern, sondern auch die wunderschöne Silhouette zwischen Bergformation und Feldern.

Wandertouren in Villnöss

Bereits am ersten Tag sahen wir eines: weiß. Villnöss war in einer weißen Schneedecke umhüllt und die Dolomiten waren nicht mehr zu sehen. Da ich bewusst einen Herbsturlaub geplant habe, kam der Schneeeinbruch doch etwas überraschend. Für die Dolomiten ist dies allerdings keine Seltenheit. Wer im Oktober eine Reise nach Südtirol plant, sollte neben warmer Herbstkleidung, die Winterausrüstung nicht vergessen.

Wir haben zunächst versucht, den Günther-Messner-Weg mit der Nummer 11 zu begehen. Dafür sind wir weiter hoch durch eine schöne Tannenlandschaft gefahren. Auf einer Höhe von 1.700 Metern, haben wir dann unsere Tour gestartet und mussten jedoch schnell feststellen, dass die Wege nicht geräumt waren. Bereits nach 100 gewanderten Höhenmetern, mussten wir umkehren.

Der Adolf-Munkel-Weg

Unser zweiter Versuch führte uns am zweiten Tag auf den Adolf-Munkel-Weg. Das Besondere auf dieser Route ist eine Wanderung entlang der Geislerspitzen, durch den Naturpark Puez-Geisler. Die Wanderung ist mit der Nummer 35 ausgeschildert und beginnt ab dem kostenpflichtigen Parkplatz an der St. Johann Kapelle in Ranui, auf 1.370 Metern Höhe. Bereits nach wenigen Metern gehst du direkt durch den Naturpark Puez-Geisler.

Was wir dort zu sehen bekamen, lies mich sprachlos werden: Einen Wintermärchenwald, wie er im Buche steht. Uns begegneten nur sehr selten Wanderer – keine weißen Wanderer, um es klar zu stellen. Es war wirklich schön, seine Ruhe zu haben und den Weg ohne eine Pilgerkolonne gehen zu können. Glücklicherweise gehört der Adolf-Munkel-Weg nicht zum sogenannten Instagramhotspot. Lediglich das Stampfen im Schnee war zu hören und einige Vögel, die ein Liedchen trillerten. Spätestens jetzt müsstest du vom Zauber der Dolomiten getroffen sein.

Da jedoch nur wenige Touristen unterwegs waren, waren die Wege entsprechend immer schwieriger zu begehen. Die Spuren wurden immer übersichtlicher, die Wege immer steiler und der Schnee immer höher. Auf 1.850 Metern Höhe mussten wir die Vernunft wahren und einsehen, dass eine Fortführung der Wanderung nicht mehr möglich sei. Diese Einstellung ist in den Bergen sehr wichtig, denn die Gesundheit und Sicherheit des Teams steht immer allen voran. Daher kehrten wir um, aber gaben dennoch nicht auf.

  • Startpunkt: Parkplatz St. Johann in Ranui
  • Schwierigkeit: mittel
  • Dauer: 6 h
  • Aufstieg: 920 hm
  • Abstieg: 920 hm

Checkliste bei deiner Wanderung

Auf unserem Rückweg sahen wir zwei junge Mädchen, die in Turnschuhen versucht haben den Weg zu laufen, den wir nicht fortführen konnten. Hier sehe ich mich in der Verantwortung, an die Vernunft zu appellieren, denn kein Foto dieser Welt ist es wert, die eigene Gesundheit oder das Leben zu gefährden. Daher folgt nun eine kurze Checkliste, die du dir vor jeder Wandertour vor Augen halten solltest:

  • Informiere dich über die aktuellen und kommenden Wetterverhältnisse auf deiner Wandertour.
  • Sobald starker Regen, Gewitter und Schneefall angekündigt wird, überdenke deine Tour.
  • Passe deine Kleidung den Wetterverhältnissen an und packe dir Wechselsachen ein.
  • Laufe nur auf abgesicherten, ausgeschilderten und geräumten Wanderwegen.
  • Laufe nur durch den Schnee, wenn du die passende Ausrüstung dabei hast.
  • Sobald das Wetter umschwenkt oder es dämmert, kehre sofort um und halte dich nicht mehr in den Bergen auf.

Die bekannteste Kapelle in Südtirol

Am Parkplatz angekommen, gingen wir zur wunderschönen und zugleich berühmten St. Johann Kapelle. Dieses Fotomotiv ist in so vielen Social-Media-Kanälen verbreitet. Diesen Genuss wollte ich mir nicht entgehen lassen und die Schönheit mit eignen Augen sehen. Besonders faszinierend sind dabei die Geislerspitzen, die im Hintergrund hervorragen. Was du wahrscheinlich nicht wusstest: Diese Kapelle ist nicht frei zugänglich. Um sich dort aufhalten zu dürfen, musst du 4 Euro Eintritt bezahlen. Ein weiterer Fakt: Die Kapelle ist verschlossen. Ein Drohnenflug ist ebenfalls nicht gestattet.

Im ersten Moment sind diese Nachrichten etwas ernüchternd. Jedoch hat jede Maßnahme einen Grund. Auch hierzu möchte ich gerne ein kurzes Statement dazu geben:

Viele tolle „Fotohotspots“ (oder auch als Landschaft und Natur bezeichnet) werden entweder vom Massen- oder auch „Instagramtourismus“ teilweise zerstört oder Einheimische werden durch den zahlreichen Aufenthalt belästigt. Diese Informationen wurden mir einige Male mitgeteilt und habe ich leider selber mit eigenen Augen sehen können. Das ist wahrhaftig ein ernsthaftes Problem. Maßnahmen, wie Eintrittsgelder zu verlangen, sollen den Ansturm regeln. Ob das Geld nun in diesem Fall für den Erhalt der Kapelle eingesetzt wird, konnte ich im Rahmen meiner Recherchearbeiten nicht mit klarer Sicherheit feststellen. Es bleibt allerdings zu hoffen. Dennoch ist und bleibt die sogenannte Ranuikapelle mein Tipp bei einem Aufenthalt in St. Magdalena.

St. Johann Kapelle in Ranui

Die schönste Alm in Südtirol

Wir wussten nun, dass der Günther-Messner-Weg sowie der Adolf-Munkel-Weg nicht vollständig schneegeräumt sind. Wir hatten dennoch das Ziel, die Geislespitzen in nächster Nähe zu erreichen. So wagten wir einen dritten Versuch und machten eine Rundwanderung zur schönsten gewählten Alm in Südtirol: der Geisleralm (1.996 hm).

Auch diese Tour startet am Parkplatz in Ranui, entlang am Broglesbach im Naturpark Puez-Geisler. An einer Abzweigung musst du der Beschilderung mit der Nummer 34A folgen. Die Geislerspitzen schauten teilweise durch die hohen Tannen hervor. Vorsicht ist geboten, denn die Wege waren teilweise vereist. Glücklicherweise hatte ich mir am Vortag zum ersten Mal Wanderstöcke – nämlich der Firma Leki – gekauft. Zunächst war ich mir nicht sicher, ob ich wirklich welche brauche. Doch nun kann ich mir eine anspruchsvolle Wanderung ohne Wanderstöcke nicht mehr vorstellen und sind daher mein weiterer Tipp. Sie sind sehr unterstützend, gelenkschonen und für nicht trittsichere Outdoorliebhaber bestens geeignet.

Somit gab es auch bei eisigen Wegen weniger Probleme. Die Wege waren sehr gut geräumt und die Geisleralm bereits nach zwei Stunden erreicht. Belohnt wirst du hier mit einem wundervollen Panoramablick auf die Geislerspitzen. Näher hätten wir den 3.000er nicht kommen können.

Die Geisleralm – die schönste Alm in Südtirol

Ich habe mir die Pause mit einem Südtiroler Apfelstrudel versüßt. Ein Gedicht. Speis und Trank haben uns wohlbekommen und die Geislerspitzen waren eine Augenweide. Auf den Sonnenliegen, hinter der Alm, konnten wir entspannt den Blick auf die einmalige Bergkulisse genießen und die Augen für einen Moment schließen. Doch schweren Herzens mussten wir unseren Weg fortführen.

der berühmte Apfelstrudel in Südtirol

Vorbei an der Alm, ging es über den Pfad 36 zur 30 Minuten entfernten Dusler Alm (1.782 hm). Diese war zwar bereits geschlossen, bot uns dennoch einen schönen Blick auf die Bergkette an. Der Weg führte von dort aus weiter zur Forststraße mit der Markierung 34. Der Weg war so eisig, dass du spätestens jetzt entweder Wanderstöcke oder doch viel Erfahrung im winteralpinen Raum benötigst. An der Jägerhütte vorbei ging es dann zurück zum Ausgangspunkt.

die Dusler Alm
  • Startpunkt: Parkplatz St. Johann in Ranui
  • Schwierigkeit: leicht
  • Dauer: 4 h
  • Aufstieg: 620 hm
  • Abstieg: 620 hm

Die größte Hochalm in Südtirol und den Alpen

Ganz besonders habe ich mich auf die Wandertour auf der größten Hochalm in Südtirol gefreut: der Seiser Alm. Mit einer Größe von 56 km² gehört die Seiser Alm zum größten Hochplateau in den Alpen. Glücklicherweise ist die Tour wintergeeignet. Wir haben uns entschieden, nach St. Ulrich zu fahren, um von dort aus mit der Gondelbahn zur Bergstation Mont Sëuc zu gelangen.

Die Tour beginnt auf 2.005 Meter Höhe. Wenn du deinen Blick weiter südlich richtest, entdeckst du die gigantische Bergkulisse vom Langkofel und Plattkofel. Wir sind in die entgegengesetzte Richtung, zur Jausenstation Contrin gegangen. Die befindet sich auf 1.982 hm. Danach ging es steiler bergab. Da der Schnee sehr hochstand, ist die Trittsicherheit wichtig. Allmählich erkennst du einen weiteren Bergpromi: den Schlernmassiv mit der Euringer- und Santnerspitze. Eine recht ungewöhnliche und dennoch beeindruckende Bergformation bilden die Felsen.

Langkofel und Plattkofel
Schlernmassiv

Auf dem Rundweg kommst du an der Malga Contrin Alm vorbei. Hier empfehle ich dir eine Einkehr, denn bei strahlendem Sonnenschein und Après-Ski-Musik, kannst du auf der Sonnenterrasse das weite Bergpanorama der Dolomiten bestens genießen. Wir waren so fasziniert, sodass wir uns dort eine Stunde aufhielten. Danach führten wir unseren Weg fort und gelangten bei unserem Abstieg an eine Wegkreuzung. Wir entschieden uns für einen kleinen Rundgang, da die tägliche Gondelfahrt um 17 Uhr endet und wir uns Corona bedingt nicht mit vielen Touristen an der Bahn tummeln wollten. Am Adler Mountain Lodge vorbei, genossen wir den prächtigen Ausblick auf die Bergkulisse. Die Berglandschaft und die weiten, in Schnee eingehüllten, Felder wirken so ruhig und dennoch gigantisch. Ein malerischer Anblick, der viele Touristen verzauberte. Die Seiser Alm ist ein und dennoch DER Magnet für viele Urlauber.

  • Startpunkt: Gondelbahnstation in St. Ulrich
  • Schwierigkeit: leicht
  • Dauer: 1,5 h
  • Aufstieg: 100 hm
  • Abstieg: 100 hm

Kleiner Tipp in Südtirol

Neben St. Ulrich, ist auch Seis als Ausgangspunkt einer Wanderung möglich. Von dort aus führt nämlich eine Gondelbahn zur Hotelsiedlung Compatsch. Wer mit dem Auto zur Seiser Alm will, muss früh aufstehen. Die Zufahrtstraße ist von 9 bis 17 Uhr gesperrt. Eine Abfahrt ist dennoch jederzeit möglich.

Das mediterrane Meran

Wir beschlossen an einem nicht wandergünstigen Tag einen Städteausflug zu unternehmen und hatten die Städte Bozen, Brixen und Meran zur Auswahl. Wir entscheiden uns für die einstige Landeshauptstadt Tirols, nämlich Meran. Falls du es noch nicht wusstest, der berühmte Höhenweg E5 führt von Oberstdorf nach Meran. Also eine Verbindung zu unserer „Heimat“.

Die Innenstadt von Meran hat aus meiner Sicht einige französische, mediterrane und orientalische Elemente. Wo, in der Alpenregion, kannst du schon Plamen und Oleander entdecken? Die Innenstadt Merans ist teils historisch gehalten und die Fußgängerzone eng geschnitten. An unserem Besichtigungstag waren recht viele Touristen unterwegs und hielten sich in den zahlreichen Outdoorläden, Cafés und Bistros auf.

Pulverturm

Unsere erste Anlaufstelle war der schönste Aussichtspunkt auf Meran. Wenn du den Tappeinerweg begehst, kommt allerdings das Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ zum Einsatz. Du wirst leider nicht drum herumkommen, einige serpentinenartige Höhenmeter zu laufen. Doch der Tappeinerweg ist eine wunderschöne Höhenpromenade. Mit dieser traumhaften Aussicht wirst du den gesamten Weg belohnt und kannst gleichzeitig einige Weinberge begutachten. Wie der Name „Pulverturm“ es schon vermuten lässt, erwartet dich am Ende des Weges ein hoher Turm, den du mit den letzten Stufen bezwingen musst, um das Plateau zu erreichen.

Auf dem Tappeinerweg

Spätestens, wenn du oben angekommen bist, weißt du, warum sich die Anstrengung gelohnt hat. Du erhältst einen 360 Grad Panoramablick auf die Stadt Meran und das Meraner Land. Obwohl wir keinen Sonnenschein zu verzeichnen hatten, war der Ausblick dennoch spektakulär. Einen Spaziergang um den Pulverturm herum lohnt sich ebenfalls, denn dich erwarten ein Kräutergarten mit ungefähr 230 verschiedenen Kräutern, viele Palmen und weitere Aussichtspunkte. Wenn du also nach einer wundervollen Aussicht in Meran suchst, beherzige meinen Tipp und gehe zum Pulverturm.

Aussicht vom Pulvertrum auf die Stadt Meran

Entlang den Promenaden

Nach unserem Ausflug auf dem Pulverturm, sind wir über den Tappainerweg die Gilfpromenade entlanggelaufen. Bereits im 19. Jahrhundert, wurde diese Promenade angelegt und erhielt ihren Namen von der sogenannten Gilfklamm (der Passer-Schlucht zwischen dem Zenoberg und Obermais). Mit einer Länge von gerade einmal einem halben Kilometer, läufst du über geschwungene Wege, durch einen Wald mit vielen subtropischen Pflanzen, Kräutern und Skulpturen. Die Gilfpromenade wird von der Passer getrennt. Über die Brücke „Steinerner Steg“ ist eine Überquerung jedoch möglich. Auf der linken Seite mündet der Weg in die Sommerpromenade. Auf Grund der „Promenade der Posie„, mit ihren vielen auf Bänken eingravierten Gedichten von zeitgenössischen Dichtern, wird der Weg auch als der romantischste Spazierweg bezeichnet.

Der Passer

Ein wirklich zauberhafter Spaziergang, um auf die Winterpromenade und damit zurück zur Stadt Meran zu gelangen. Denn direkt hierzu anbindend, erreichst du die Wandelhalle und das Kurhaus von Meran. Die im 19. Jahrhundert erbaute Wandelhalle lädt zum Bestaunen und zum Verweilen ein. Hier kannst du nämlich die Kunstwerke der besten Künstler des damaligen Jahrhunderts betrachten. Mittlerweile finden die Büsten und Gedenktäfeln ehrenwerter Meraner Bürger ihren Platz in der Wandelhalle.

rechts: die Wandelhalle
das Kurhaus von Meran

Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff gehören nicht nur zum beliebtesten Ausflugsziel in Meran, sondern war auch das Feriendomizil von Kaiserin Sissi. Trotz des leichten Regens und des grau bedeckten Himmels, konnte ich verstehen, warum dieses Schloss so begehrt ist. Es liegt an den wundervollen floralen Gärten. Daher mein Tipp: Wenn du in Meran unterwegs bist, solltest du zum Schloss Trauttmansdorff fahren.

An einem Fleckchen Erde, machst du eine Reise durch unterschiedliche Themenwelten. Dazu zählen:

  • die Waldgärten: Miniaturwälder aus Amerika und Asien, der Japanische Garten, blühende Lehmwände, Palmenstrand und Glashaus.
  • die Sonnengärten: Mediterranes Flair mit 700-jährigem Olivenbaum, Zitronenterrasse, Halbwüste und Blumenwiese.
  • die Wasser- und Terrassengärten: Europäische Gartenkunst mit Irrgarten, Seerosenteich, Sinnesgarten und Palmenwald.
  • die Landschaften Tirols: Rundweg durch Traditionen und Naturerlebnisse mit Pavillons, einer Abenteuerbrücke, Tiergehegen und einer botanischen Unterwelt.

Im Zeichen der Liebe

Das gesamte Areal ist 12 Hektar groß, mit einem 7 km langen Wegnetz und 100 hm Unterschied. Wie du jetzt sicherlich feststellst, gibt es hier so viel zu entdeckten. Bei den ganzen Eindrücken möchte ich dir meine beiden Lieblingsorte in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff vorstellen:

  • Sissi-Terrasse: Vor dem Schloss Trauttmansdorff befindet sich die Sissi-Terrasse. Hier ist der Blick von oben auf den Garten nach meiner Meinung am schönsten und bietet einen wundervollen Ausblick.
  • Der Garten der Verliebte: Der Garten für Verliebte widmet sich – wie der Name es schon vermuten lässt – dem wohl stärksten Gefühl des Menschen, nämlich der Liebe. Die Art und Weise, wie dieses Thema umgesetzt wurde, ist so hinreißend und verzaubernd, dass nur Magie im Spiel sein kann. Hier findest du Kunstwerke, Zitate und Rituale für Verliebte. Bereits am Eingang läufst du durch einen prachtvollen Wunschbogen. Die Wünsche, die du und dein Partner/deine Partnerin während den folgenden drei Ritualen formuliert, werden hier gebündelt und auf die Reise geschickt, damit diese in Erfüllung gehen. Folgende Rituale müsst ihr fortan durchlaufen:
  1. Loslassen: Am Brunnen sollen du und dein Liebster/deine Liebste alle negativen Gefühle und Zwänge wegwaschen. Untreue, Neid, Zweifel, Selbstsucht und Zorn sollen regelrecht weggespült werden.
  2. Versprechen: Du kommst zu einem Kraftstein aus Laaser Marmor in der Form eines Herzens. Hier können sich Verliebte ein neues Versprechen geben.
  3. Verewigen: Was du und dein Partner/deine Partnerin am Marmorherz ausgesprochen habt, könnt ihr nun auf einem Südtiroler Apfelpapier festhalten. Traumhaft, oder?
der Garten der Verliebte
Station: Versprechen
der Wunschbogen

Weitere Ausflugtipps

Nicht nur als Skigebiete in den Dolomiten bekannt, sondern ebenfalls auch sehenswert, sind die drei Städtchen: St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein. Alle drei Ortschaften sind quasi miteinander verbunden und in wenigen Fahrminuten erreichbar.

Mir gefiel besonders die schöne italienische Architektur, die im romantischen Charme gehalten wurde. Die Ortskerne sind malerisch, mit wunderbaren sakralen Bauten und verwinkelten Gassen. Südtirol ist besonders für seine Holzschnitzerei bekannt. Souvenirläden gibt es daher reichlich. Auch kleine Cafés mit Sitzmöglichkeit im Freien, laden zum Verweilen ein. Was dir allerdings bewusst sein sollte: die drei Gebiete sind in erster Linie Skigebiete. Daher haben die meisten Geschäfte tatsächlich nicht in der Nebensaison geöffnet. Dafür sind die Städtchen schöne Ausgangspunkte, um zur Seiser Alm, Raschötz und Seceda zu wandern. Wer sich lieber verwöhnen lassen möchte, der kann in den zahlreichen Wellnesshotels entspannen.

St. Ulrich
St. Christina
die berühmte Holzschnitzerei in Südtirol
Blick auf dem Langkofel
Wolkenstein

Ein weiterer Tipp und meine Empfehlung

Die liebe Jutta, von palmsandrocks hat einen zauberhaften Beitrag zu ihrem Wanderurlaub in Polen geschrieben. Diesen möchte ich dir hier wärmstens empfehlen.

Hier gelangst du zum Beitrag.

2 Comments

  1. So traumhafte Bilder! Da hattet ihr ja wirklich eine schöne Zeit.
    War bislang immer nur im Sommer in Südtirol. Wenn alles so schön weiß ist, ist das ja auch wirklich ein Traum! 😍

    • Jessica Reply

      Vielen Dank 🙂 Die Zeit möchte ich auch nicht missen und auf jeden Fall auch gerne im Sommer hin!

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