Wachgeküsst: Monschau

In meiner Wachgeküsst-Trilogie stelle ich dir Ausflugs- und Wandertipps vor, die nicht sehr bekannt sind. Sie sind eher verschlafen und zählen damit zu den Geheimtipps. An diesen Orten lassen sich Wanderungen in der Natur und Ausflüge in Städte mit historischem Stadtkern wunderbar miteinander kombinieren. Das schönste daran ist, du bist hier ungestört und kannst ohne Massentourismus den Tag verbringen. Zu meiner Wachgeküsst-Reihe zählen die Kreise Nideggen & Monschau sowie der Nationalpark Eifel.

Durch die derzeitige schwierige Lage, durch die Corona-Pandemie, wurde die diesjährige Reiseplanung drastischen eingeschränkt. Viele von uns fühlen sich im Ausland nicht sicher oder können eine Reise ins Ausland nicht planen und wollen demzufolge nun auch den Herbst in Deutschland verbringen. So verlagert sich der Tourismus an die deutsche Küste oder in die Alpen. Mit meinen Geheimtipps, möchte ich den Tourismus etwas entzerren und die Schönheit der Eifel präsentieren.

In den anderen Beiträgen der Reihe erfährst du mehr von der wundervollen Eifel – nämlich des Kreises Nideggen und dem Nationalpark Eifel. In diesem Beitrag stelle ich dir die wunderschöne und verträumte Stadt Monschau vor. Mich zieht es mehrmals im Jahr dort hin. Warum es so ist, erfährst du jetzt.

Der Höfener Heckenweg in der Eifel

Kennst du das Märchen „Alice im Wunderland“? Wenn ja, dann wirst du sicherlich das Heckenlabyrinth der roten Königin kennen. Wenn du das einmal live erleben möchtest, dann solltest du nach Höfen fahren. Dieses Dörfchen ist für seine meterhohen zum teils säulenartigen Buchenheckenrund bekannt. Beinahe jedes Fachwerkhäuschen ziert solch eine Hecke. Ich hatte gehofft, einen kleinen weißen Hasen zu entdecken. Dann wäre das Märchen perfekt.

Die Wanderung auf dem Höfener Heckenweg ist, wie auch der Buntsandsteinweg, wenig anspruchsvoll und bietet zugleich eine wunderschöne Eifellandschaft. Direkt vom Wanderparkplatz führt der Weg mitten durchs kleine Dorf – an Bauernhöfen inklusive Kuhweiden sowie vielen historischen Fachwerkhäusern – vorbei. Einige über 300 Jahre alte Vennhäuser gibt es hier zu bestaunen. Das Besondere an der Wanderroute, ist die Kombination aus dem Heckenlabyrinth und den weitläufigen Kuhweiden.

Der Rundweg ist gut ausgeschildert. Es wäre aber auch nicht verkehrt, die Dorfbewohner anzusprechen. Selten habe ich ein solch freundliches Dorf erlebt. Die Bewohner sitzen teilweise vor ihren Fachwerkhäusern und freuen sich über einen kleinen Plausch. Das macht Monschau noch viel sympathischer.

An heißen Sommertagen oder im Herbst, lohnt sich die Einkehr in die alte Molkerei oder eine kleine Pause am Schwanenteich. Die Locations führen ebenfalls an der Wanderroute vorbei. Besonders die kleine Parkanlage hat es mir angetan. Auf einer Holzbank spendeten mir die Bäume Schatten und eine kleine Abkühlung. Der Teich ist schön gelegen. Wenn du Glück hast, kannst du dort die heimischen Schwäne entdecken. Ebenfalls liebevoll angelegt sind die Wildblumenwiesen in bunten und prächtigen Farben.

  • Startpunkt: Wanderparkplatz Höfen
  • Strecke: 5,2 km
  • Dauer: 1,5 h
  • Aufstieg: 86 hm
  • Abstieg: 86 hm

Monschau in der Eifel

Wer sich in der Nordeifel aufhält oder in Höfen war, muss in den Stadtkern von Monschau fahren. Der Zauber der historischen Fachwerkhäuser, entzückt nicht nur uns Deutsche. Mittlerweile reise viele Touristen aus den umgebenen Nachbarländern und auch aus dem fernen Osten an, um das Antlitz des Dörfchens genießen zu dürfen.

Die Altstadt von Monschau

Die Altstadt von Monschau beheimatet rund 500 Eifelbewohner. Ganz gemütlich können Bürger und Gäste durch das Dorf schlendern. Hier gilt: autofreie Zone. Das gesamte Dörfchen ist von zierlichen und urigen Fachwerkhäusern gebettet und Kopfsteinpflastern geebnet. Diese wurden teilweise bereits im 18. Jahrhundert erbaut und stehen daher unter Denkmalschutz. Das prachtvolle Patrizierhaus – auch das rote Haus genannt – ist das Wahrzeichen der Stadt Monschau und in der gesamten Eifel bekannt. Einst Wohnhaus und Fabrikationsstätte des weltberühmten Tuchmachers Johann Heinrich Scheibler, und heute ein öffentliches Museum.

Die Gassen des Städtchens sind verwinkelt und es lohnt sich, alle zu erkunden. Jeder Blick und Winkel ist einmalig. Viele Fachwerkhäuschen wurden mit Blumen dekoriert. Auch kleine Souvenirlädchen sind hier angesiedelt.

Am Markplatz tummeln sich viele kleine Cafés und Restaurants. Bei strahlendem Sonnenschein lohnt es sich, draußen zu sitzen, einen Kaffee oder Tee zu trinken und das Flair zu genießen. Mitten durch das Dorf fließt die Rur. Ein herrlicher Anblick, welcher das Dörfchen noch romantischer wirken lässt.

Wer nach einem Mitbringsel aus der Eifel sucht, wird in Monschau schnell fündig. Nach dem Motto „Immer Nase nach“, führt der köstliche Geruch zu den Monschauer Printen, die in der Bäckerei und Konditorei Hensch angeboten werden. Ebenfalls empfehlenswert ist die historische Senfmühle, wo seit über 100 Jahren Senf hergestellt wird. Ebenfalls zum Verführen sind die Monschauer Dütchen. Das knusprig dünne Biskuithörnchen ist mit Vanilleeis und Erdbeeren gefüllt. Ein süßer Schlemmertraum.

Der Panoramablick

Um den schönsten Eifelblick über Monschau erhalten zu können, empfehle ich dir, den 2,1 km langen Panoramaweg, der mit der Nummer 25 ausgeschildert ist, zu beschreiten. Der Weg beginnt am Parkplatz Burgau und führt an den Berghängen oberhalb der Stadt einmal um Monschau herum.

Hoch oben, thront die mittelalterliche Burg, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Einst eine Verteidigungsanlage, dient die Burg heutzutage als Jungendherberge und Eventstätte. Das Monschauer Festival findet jährlich im historischen Burghof statt. Renommierte Künstler aus aller Welt geben zehn Tage lang und unter freiem Sommerhimmel Konzert-, Orchester- und Opern-Aufführungen. In diesem Jahr wird das Festival – Corona bedingt – leider ausfallen.

Der Panoramablick von Monschau

Für weitere Informationen zu Monschau, schau doch gerne auf die Webseite.

Leave A Reply

Navigate